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MEHR SELBSTÄNDIGKEIT IM ATELIER?

WIE GEHT DAS?

Meine 5 Wie´s?
Die Idee von Selbständigkeit im Atelier wirft oft Fragen auf.
  • Wie viel Begleitung brauchen die Kinder?
  • Wie lässt sich das im Alltag umsetzen?
  • Und wie viel zusätzliche Arbeit entsteht dadurch?
Manchmal bleibt es deshalb nur bei der Idee. Mein großes Anliegen war es, den Kindern meiner Gruppe mindestens einmal wöchentlich das kreative Arbeiten in einem Malatelier zu ermöglichen. An diesen Tagen sollten die Kinder die Möglichkeit haben, mit neu erlernten Gestaltungstechniken frei zu experimentieren. Sie sollten ohne Zeitbeschränkung so viel Kunst produzieren dürfen.

Ein temporärer Atelierbereich im Gruppenraum?
Leider steht bei uns kein geeigneter Atelierraum zur Verfügung. So kam die Idee auf, das Malatelier temporär in den Gruppenraum zu integrieren, also nur für bestimmte Tage einzurichten. Um genau das zu ermöglichen, kam es schnell zu einer der bedeutendsten Fragen: Wie kann ich den Atelierbereich so organisieren, dass er im Alltag mitläuft?

Schon in der Planung wurde deutlich: Selbständigkeit entsteht nicht im Tun allein. Sondern in dem, was davor mitgedacht wird.

Vorbereitungen, bei denen Kinder mithelfen dürfen

Ob beim Auf- und Abbau oder dem Aufkaschieren der Papierbögen, die Mithilfe der Kinder ist stets willkommen und erwünscht. Das Vorbereiten der Malplatten sorgt für einen entspannten Ablauf im Atelierbetrieb.

Malerkittel, die selbständig angezogen werden können

Ich nähe an Malerkittel gerne ein Gummiband. Das ist deshalb so praktisch, weil Kinder sie somit selbstständig an- und ausziehen können: einfach wie einen Pullover überziehen, erst der Kopf, dann die Arme.

Techniken, die den Kindern bekannt und vertraut sind

Jede Technik wurde vorweg schrittweise eingeführt. Da den Kindern die Abläufe vertraut sind, brauchen sie dafür kaum Unterstützung. Verlässt ein Kind seinen Malplatz, wird dieser vom Kind für den nächsten Künstler vorbereitet.

Farben, die zur Selbstbedienung bereit stehen

Unsere Malfarben stehen den Kindern in handlichen wieder befüllbaren kleinen Farbfläschchen zur Verfügung. Die Kinder bedienen sich selbst. Nur „Kirschengroß“ lautet unsere Regel, denn Farbe darf jederzeit nachgeholt werden.

Malplatten, die selbständig zum Trocknen gebracht werden

Die Malplatten habe ich im Baumarkt aus MDF-Platten zuschneiden lassen. Das Papier kann beim Malen nicht verrutschen und die Werke können von den Kindern selbständig zum Trocknen gebracht werden.

HILFREICHE FRAGEN

Diese Fragen helfen, den Atelieralltag von Anfang an mitzudenken - nicht erst im Tun, sondern schon in der Planung. Sie lenken den Blick auf Strukturen und auf Abläufe, die tragen können. Denn gut vorbereitet bedeutet oft: weniger eingreifen müssen und weniger gleichzeitig im Blick behalten. Das entlastet im Alltag und schafft Übersicht. Für die Kinder wird vieles klarer und zugänglicher. So können sie selbstständig arbeiten und eigene Ideen verfolgen. 

  • Wie kann ich den Atelierbereich so organisieren, dass er im Alltag mitläuft? 
  • Wie kann ich Materialien so vorbereiten, dass Kinder selbstständig damit arbeiten können? 
  • Wie kann ich mich im Prozess zurücknehmen, ohne die Kinder allein zu lassen?

Wenn Selbständigkeit mitgedacht wird, wird der Atelieralltag leichter und es entsteht Raum für eigene Ideen.“