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ACHTSAMER UMGANG MIT KINDERKUNST,

WIE GEHT DAS?

Meine 5 Wie´s?
Im Alltag mit Kinderkunst enstehen oft Spannungsfelder.
  • Zwischen Begleiten und Eingreifen.
  • Zwischen eigenen Erwartungen und den Ideen der Kinder.
  • Zwischen dem Wunsch nach Ordnung und offenen Prozessen.
Das macht es nicht immer leicht, einen achtsamen Umgang zu finden. Eine der größten Herausforderungen im Atelier war für mich das Zurücktreten. Besonders in Momenten, in denen ein Werk auf mich stimmig und gelungen wirkte. Der Impuls war da, den Prozess zu unterbrechen, zu loben und das Werk zu zeigen.
Heute begleite ich Prozesse im Kindergarten bewusster.
Mit der Zeit habe ich begonnen, diese Momente anders zu betrachten. Und meinen Blick darauf zu verändern. Zu bleiben und zu beobachten. Und zu sehen, dass der Prozess für die Kinder oft bedeutender ist als das fertige Bild. Weniger das einzelne Bild steht heute im Mittelpunkt, sondern die Bedingungen, unter denen es entsteht. Heute begleite ich diese Momente bewusster. Ich höre zu, wenn Kinder von ihren Bildern erzählen. Und tauche mit ihnen in ihre Gedanken ein. Daraus haben sich meine 5 Wie’s entwickelt. 

Kinder entscheiden selber, wann ihre Bilder fertig sind.

Bestehende Bilder werden oft von den Kindern übermalt, weil das Experimentieren mit Materialien oder das Mischen von Farben spannender sind, als das Endprodukt selbst. Daraus ergeben sich wichtige Lernerfahrungen für die Kinder.

Kinder produzieren so viele Bilder in Serie, wie sie möchten.

Daraus ergeben sich spannende Erfahrungen und Lernprozesse. Die Kinder beginnen, die Techniken verfeinert anzuwenden. Dabei entstehen oft reizvolle Bildserien mit ähnlichen aber unterschiedlich dargestellten Motiven. 

Kinder erzählen über ihre Bilder, ohne bewertet zu werden.

Die Frage „ob ein Bild schön sei“ wird bei uns kaum noch gestellt. Zeigen mir Kinder ihre Bilder, frage ich sie, ob sie mir etwas über ihr Bild erzählen möchten. Oder ich beschreibe, was ich sehe. Aber ganz ohne Interpretationen.

Kinder malen ohne Vorlage und Vorgabe in ihrer eigenen Bildsprache.

Während des Atelierbetriebes werden keine Motive vorgegeben. Die Kinder sind völlig frei, ihre Ideen zu Papier zu bringen. Bitten die Kinder um Unterstützung, stehe ich ihnen mit hilfreichen Fragen zur Seite, ohne Motive vorzuzeichnen.

Kinder entscheiden selber, ob ihre Werke ausgestellt werden dürfen.

Kinder entscheiden selber, ob sie ihr Bild nach dem Trocknen mit nach Hause nehmen möchten, oder ob es gezeigt werden darf. Da Kinder bei mir so viel Kunst produzieren dürfen, wie sie möchten, sind sie oft gerne beireit, ein Bild zu „verleihen“.

HILFREICHE FRAGEN:

Diese Fragen helfen, den Blick auf das eigene Handeln zu richten. Weniger auf das Bild, sondern mehr auf das, was ich tue. Sie laden dazu ein, kurz innezuhalten und nicht sofort zu reagieren. Manchmal reicht genau das schon, einfach einen Moment länger zu warten. So wird aus einem schnellen „Schön!“ ein echtes Interesse am Prozess. Und Kinderideen bekommen Raum und Zeit. 

  • Wie kann ich Kinderkunst begleiten, ohne den Prozess zu lenken? 
  • Wie kann ich auf Kinderkunst eingehen, ohne sie zu vergleichen oder zu bewerten?
  • Wie kann ich den Rahmen so gestalten, dass eigene Bildideen entstehen können?

„Wenn Kinderkunst offen begleitet wird, bleiben Prozesse lebendig und es entsteht Raum für eigene Wege.“