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VERBINDUNGSMÖGLICHKEITEN IM ATELIER?

WIE GEHT DAS?

Meine 5 WIEs?
Experimente am Werktisch ermöglichen wichtige Erfahrungen.

Manchmal beobachte ich am Werktisch kleine Experimente, die zunächst überhaupt nicht nach einem fertigen Werkstück aussehen. Ein Kind versucht, zwei Teile miteinander zu verbinden. Es hält nicht und eine andere Möglichkeit wird ausprobiert. Ein Stück bewegt sich anders als erwartet und plötzlich wird genau diese Bewegung interessant. Ein Material lässt sich auf eine bestimmte Weise befestigen und daraus entsteht eine neue Idee. Diese kleinen Erfahrungen wirken zunächst unscheinbar. Sie bilden aber nach und nach einen Erfahrungsschatz, auf den Kinder später zurückgreifen können. Denn kreatives Arbeiten bedeutet für mich nicht nur, eine Idee zu haben. Es bedeutet auch, viele Wege zu kennen, wie sich eine Idee umsetzen lässt. Darum stehen bei uns am Werktisch eine Reihe von Verbindungsmöglichkeiten zur Verfügung. 

Kinder lernen, wenn wir ihnen etwas zutrauen.

Ein Werkzeug in Kinderhänden kann bei uns Erwachsenen durchaus einige Sorgen auslösen. Ist das sicher? Was könnte passieren? Braucht das Kind dabei Unterstützung? Oder wäre es einfacher, die Aufgabe selbst zu übernehmen? Diese Fragen gehören für mich zu einer verantwortungsvollen Begleitung dazu. Kinder brauchen einen sicheren Rahmen, klare Vereinbarungen und eine aufmerksame erwachsene Begleitung. Gleichzeitig erlebe ich immer wieder, wie viel Kinder lernen können, wenn wir ihnen innerhalb dieses Rahmens etwas zutrauen. Wenn ein Kind mit einer Lochzange arbeitet, Draht mit einer Zange biegt oder eine Verbindung ausprobiert, lernt es nicht nur etwas über das Werkzeug. Es sammelt auch Erfahrungen über sich selbst: Ich kann das. Ich kann aufpassen. Ich kann ausprobieren. Ich kann feststellen, dass etwas nicht funktioniert. Und ich kann nach einer anderen Lösung suchen.

... zum flexiblen Befestigen von Bastelteilen

Gerade bei Kartonteilen ist diese Art der Verbindung interessant, weil sie nicht nur zwei Teile miteinander verbindet, sondern gleichzeitig Bewegung ermöglicht. Ein Teil kann gedreht, aufgeklappt oder verschoben werden und bleibt dennoch mit dem anderen verbunden.

... zum Kleben von Papierteilen

Klebesticks sind eine weitere Verbindungsmöglichkeit, die am Werktisch frei zugänglich ist. Papier lässt sich damit unkompliziert miteinander verbinden und die Kinder können erfahren, wie viel Klebstoff notwendig ist und welche Materialien sich gut miteinander verbinden lassen.

... zum Leimen von Kartonteilen

Bei stärkeren Kartonteilen braucht eine Verbindung manchmal etwas mehr Zeit. Hier kommen bei uns Leim und Halteklammern zum Einsatz. Die Klammern halten die Kartonteile an ihrem Platz, während der Leim trocknet, und ermöglichen dadurch stärkere Verbindungen.

... zum Fixieren von Bastelteilen

Malerband ist bei uns besonders interessant, weil es eine schnelle Verbindung herstellen kann, ohne unbedingt dauerhaft zu sein. Es lässt sich zum Fixieren von Bastelteilen verwenden und kann später wieder entfernt oder durch eine andere Verbindung ersetzt werden.

... zum Verbinden von Werkstücken

Schnüre, Draht und eine Zange eröffnen wiederum ganz andere Möglichkeiten. Hier wird gebunden, gewickelt, gedreht oder befestigt. Eine Schnur kann zwei Teile miteinander verbinden und gleichzeitig beweglich bleiben. Draht kann etwas stabilisieren oder eine felxible Verbindung herstellen.

HILFREICHE FRAGEN

Diese Fragen helfen dabei, den Lösungsweg beim Kind zu lassen. Die Pädagogin muss nicht wissen, welche Verbindung am Ende die richtige sein wird. Sie kann den Prozess begleiten, Möglichkeiten zugänglich machen und gemeinsam mit dem Kind überlegen, welche Erfahrungen bereits vorhanden sind.

  • Was möchtest du miteinander verbinden?
  • Soll es fest sein oder beweglich bleiben?
  • Möchtest du die Verbindung später wieder lösen können?
  • Welche Verbindungsmöglichkeiten kennst du schon?
  • Was könntest du ausprobieren?

„Eigene Ideen brauchen nicht nur Material. Sie brauchen Erfahrungen mit dem, was Material alles möglich machen kann.“

 

EINE HÄUFIG GESTELLTE

FRAGE:

"Dürfen Kinder bei dir mit Heißklebepistolen arbeiten?"
Ja, Heißklebepistolen dürfen bei mir in der Bastelwerkstatt verwendet werden. Unsere Bastelwerkstatt bietet einen Rahmen, in dem Kinder unter Aufsicht und unterstützender Begleitung eigene Werkideen umsetzen können. Wir verwenden dabei Niedrigtemperatur-Heißklebepistolen. Auch dieser Klebstoff wird heiß und deshalb gehört ein bewusster und sicherer Umgang selbstverständlich dazu. Gleichzeitig ist mir wichtig, dass die Heißklebepistole nicht automatisch zur Standardlösung wird. Auch hier haben die Kinder die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, welche Verbindungsmöglichkeit für ihre Werkidee sinnvoll erscheint.

KLEINE SCHATZDOSE FÜR BESONDERE VERBINDUNGEN

Neben bekannten Verbindungsmöglichkeiten habe ich gerne noch eine Dose mit besonderen „Verbindungsschätzen“. Dort finden sich Materialien, die nicht ständig gebraucht werden, für eine ganz bestimmte Werkidee aber plötzlich genau die richtige Lösung sein können: kleine Magnetteile, Häkchen, Klettverschlüsse, Druckknöpfe, Minireißverschlüsse … uvm. Ich mag diese Sammlung besonders, weil nicht jedes Material sofort eine eindeutige Verwendung haben muss. Und irgendwann entsteht eine Werkidee, bei der genau dieses Teil plötzlich interessant wird. Dann wird aus einem kleinen Fundstück eine Lösung.